Mit Erasmus+ zum Design-Praktikum nach Amsterdam

Während ihrer Ausbildung zur Grafikdesignerin am mediencollege Berlin ist Priscilla Igbokwe für drei Monate nach Amsterdam gegangen, um dort ein Praktikum bei der Agentur Design&Practice zu absolvieren. Ein Rückblick auf ihre Erfahrungen und Eindrücke:  ….

Warum hast du dich entschieden, dein mediencollege-Praktikum im Ausland zu machen?
Mir war bereits seit langem klar, dass es mich nicht ewig in Berlin halten wird. Mithilfe eines Auslandspraktikums bereits vor Schulabschluss Auslandserfahrung zu sammeln kam daher sehr gelegen. Zudem war es mir wichtig aus meinem Praktikum so viel wie möglich an Praxis herauszuholen und Gelerntes umzusetzen. Abseits der gewohnten Umgebung und der alltäglichen Routine hatte ich das Gefühlselbständiger agieren zu können und mich intensiver auf mein Praktikum und die neuen Eindrücke fokussieren zu können.

Wo hast du gearbeitet und welche Aufgaben hattest du während des Praktikums vor Ort?
Mein Praktikum habe ich in der Agentur Design&Practice gemacht. Ein kleines jedoch renommiertes Studio eines Designer Paares welches mit vielen internationalen Klienten arbeitet und Ihre Ästhetik über Grafikdesign über Webdesign, Ausstattung und Set Design vermittelt. Bereits vor Beginn meines Praktikums wurde mit meinen Chefs besprochen, dass meine Arbeit, trotz meiner offiziellen Stellung als Praktikantin, mehr der einer Angestellten in dem Designstudio gleichen werde. Mir wurden Aufträge von Klienten übergeben, für welche ich selbstständig zuständig war. Über briefings und Zwischenbesprechungen wurde meine Arbeit stets mit den Ideen und der Sprache des Studios abgeglichen. Kunden waren mitunter Hotels und Designhäuser für welche ich Wallpaper und Raumgestaltungen erstellt habe. Einzelne Künstler und Unternehmen welche ich in der Logoentwicklung und Brand Identity begleitet habe, sowie unter anderem mein mir liebstes Projekt, welches die relative Direction und komplette Planung und Ausstattung für 4 Studio Shootings einer renommierten Türmanufaktur beinhaltet hat. Zwischendurch habe ich mich zudem um kleinere Projekte wie Illustrationen und Cover Designs gekümmert.

Was war in Amsterdam anders im Vergleich zu Berlin?
Amsterdam ist eine ziemlich kleine und daher auch sehr enge Stadt und daher auch oft beklemmend und hektischer wirkend als sie eigentlich ist. Statt mit Bus und Bahn ist man in Amsterdam auf das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel angewiesen. Im Sommer und bei Sonnenschein kein Problem, bei Wind und Regen jedoch wäre eine gut vernetztes U-Bahn schon schön. Zudem muss man sich vor rasenden Schottern und Radfahrern in Acht nehmen. Es ist leider auch nicht ganz so abwechslungsreich wie Berlin und man hat schnell alles gesehen. Nachts jedoch ist die beleuchtete und vor allem ruhige (was man aus Berlin ja nicht kennt) Innenstadt angenehm und lädt ein bei einem Glas Wein und mit einem unterhaltsamen Buch draußen noch etwas zu verweilen. Ein Plus ist zudem auf jeden Fall, dass der Großteil der Amsterdamer gutes Englisch spricht. Alles in allem habe ich eine gespaltene Meinung über die Stadt und ihre Menschen. Ein Vergleich mit meiner Heimatstadt Berlin würde an vielen Ecken hinken. Sie ist halt anders, für einige mag aber genau das bestimmt gut funktionieren.

Was hat dir die Zeit in Amsterdam persönlich gebracht, kurz beschrieben in drei Worten?
Die Augen geöffnet wie schwierig und befremdlich es tatsächlich ist temporär alleine im Ausland zu leben.

Würdest du das Erasmus-Programm am mediencollege Berlin weiterempfehlen und warum?
Auf jeden Fall. Ohne die finanzielle Unterstützung durch das ERASMUS Programm hätte ich nicht ins Ausland gehen können und eben diese Auslandserfahrung ist durch ihre guten und schlechten bzw. harten Erfahrungen etwas auf das ich nicht hätte verzichten wollen. Alleine ins Ausland zu reisen und dort zu arbeiten ist wie ins kalte Wasser zu springen. Wenn man erstmal drin ist, ist es halb so schlimm.

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!