Hallo an alle!

Mein Name ist Priscilla, ich bin 23 und angehende Grafikdesignerin am Mediencollege Berlin. Im Rahmen meines ERASMUS Auslandspraktikums werde ich die nächsten 3 bis 4 Monate in Amsterdam wohnen, arbeiten und leben. In regelmäßigen Beiträgen möchte ich euch mit auf meine Reise nehmen und an meinem kleinen Abenteuer teilhaben lassen. Die Stadt selber ist mir nicht ganz unbekannt, da ich schon zwei Mal kurz dort war, sich allerdings für mehrere Monate (!) auf ein neues Land und eine neue Stadt einzulassen, dort zu leben, eine Routine aufzubauen und sich eigenständig zurechtzufinden ist für mich eine ganz neue Erfahrung und bringt ganz bestimmt viele unerwartete und aufregende Momente mit sich.

Anfang März, gut 2 Wochen vor Beginn meines Praktikums bei Design&Practice, einem Design Studio aus London bin ich in der Fahrradstadt angekommen. Zwei Wochen also um die Stadt zu erkunden, sich ein Fahrrad zu besorgen, sich die wichtigsten Museen anzusehen und die Abfahrtszeiten für meine Fähre ins Stadtzentrum und zurück im Kopf zu behalten (Dazu mehr in einem späteren Beitrag). Diese  Euphorie und Vorfreude wurden jedoch bereits kurz nach meiner Ankunft gebremst.

Ein kurzer eineinhalbstündiger Flug hat mich am 2. März von Berlin aus in meine neue Wahlheimat auf Zeit gebracht. Dank 26 kg (Übergewicht) schweren Koffers mit halb abgefahrenen Rollen hat sich der holprige Weg in mein Apartment in Amsterdam Noord dann aber fast genauso lange hinausgezogen. Völlig erschöpf konnte ich es kaum erwarten mich auszuruhen, Essen zu bestellen und mich ins Bett fallen zu lassen.  Wie der Titel verrät wurde daraus so schnell leider nichts. Mein Ein-Zimmer Studentenapartmen wirkte auf den ersten Blick simpel aber nett eingerichtet mit Couch, Tisch, Vorhängen,Schreibtisch und Bett.

 

Bett? …

Wohl eher Bett-GESTELL!

Der Hausbesitzer war so freundlich sein Bett dazulassen, allerdings ohne Matratze. Ich wiederhole OHNE Matratze! Auf den zweiten Blick fällt auf, dass nicht nur die Matratze fehlt. In der Wohnung gibt es außerdem weder eine Garderobe noch essenzielle Dinge wie Teller, Tassen, Pfanne, Stühle und alles andere was man im Alltag braucht. Wie dreist eine derart unzureichend ausgestattete Wohnung als „voll ausgestattet“ zu umschreiben. Aber das ist nunmal das Risiko wenn man die „Katze im Sack kauft“. Zeit um mich großartig aufzuregen hatte ich ohnehin nicht, denn es war Samstag Nachmittag und nenn’ mich ruhig Prinzessin aber ein ganzes Wochenende lang auf der Couch oder den Boden zu schlafen kam für mich nicht in Frage! Es musste also eine Matratze her. Geliefert am gleichen Tag und vor Ladenschluss um 6!

Schuhe und Jacke gleich anbehalten bin ich zu Fuß in das nächste Bettenladen geeilt, das Google mir angezeigt hat. 20 Minuten Power-Walking später bin ich ins Matratzengeschäft gestürmt und habe mir die günstigste halbwegs bequeme 140x200cm Matratze für 160 Euro ausgesucht. Als armer Student tat das meiner Geldbörse natürlich echt weh, aber wer nicht auf einer Luftmatratze schlafen möchte zahlt halt etwas drauf (und geht gut mit seiner Matratze um, um diese später weiterverkaufen zu können!).

Meine neue Errungenschaft musste nun nur noch in meine Wohnung geliefert werden. Lieferungen am selben Tag, an einem Samstag und erst recht eine halbe Stunde vor Ladenschluss (!) waren vom Ladeninhaber eigentlich nicht vorgesehen, aber Not macht nun eben erfinderisch, und in meinem Fall manchmal auch äußerst charmant. Die Rhetorikern in mir hat mit einem unschuldigen Lächeln und viel Humor den netten Verkäufer tatsächlich dazu überreden können mir meine eben spontan erworbene Matratze am selben Abend noch bis vor die Haustür zu liefern. Mir fiel ein Stein vom Herzen!

© Beitragsbild: Thorsten Jutzie/pixelio