Hallo ihr Lieben

Mein letzter (und erster ^^) Beitrag ist schon eine Weile her und eigentlich wollte ich mich viel früher bei euch zurück melden, aber so spielt das Leben eben manchmal. Auch Praktikanten haben es nicht immer leicht und stressfrei.

Obwohl das Wetter hier in Amsterdam immer besser wird, und der Sommer nicht allzu fern scheint, entführe ich euch heute nochmal kurz einige Wochen zurück, als das Wetter noch launischer war.

Das typisch launische Aprilwetter hatte es wohl etwas eilig und hat die Niederlande Anfang März überrascht, ziemlich genau zeitgleich mit meiner Ankunft in Amsterdam.

In „Zimmer ohne Bett“ habe ich euch von meiner holprigen Ankunft hier in Amsterdam und meinem unmöblierten Zimmer erzählt. Die ganze erste Woche war ich daher trotz Regen und Strum fleißig einkaufen. Alles an Teller, Pfannen, Toaster, Wäschekorb und Vorhängen besorgte ich mir in einem Schwung und natürlich wie es sich für Amsterdam gehört mit dem Fahrrad. Meine letzte Station hieß IKEA!

Mein ursprünglicher Plan war gewesen eine große IKEA Bestellung aufzugeben, mir alles liefern zu lassen und mein kleines Apartment im Handumdrehen eingerichtet zu haben. Daraus wurde leider nichts, denn eineinhalb Wochen Lieferzeit waren im Zeitplan nicht vorgesehen.

„Selbst ist die Frau“ habe ich mir also gedacht, mir mein Fahrrad geschnappt und nach Halmen runter gefahren. Bereits der Hinweg gestaltete sich als kleines Abenteuer. Nach der hälfte meiner 40 minütigen Tour zogen sich die Wolken zu und es fing an zu regnen. Glücklicherweise war ich bestens vorbereitet und hatte meine Regenjacke angezogen – doch bei meinem Glück blieb es natürlich nicht dabei! Sturmböen und sogar leichter Hagel machten aus planmäßigen 40 Minuten eine gute Stunde und aus einem fast voll geladenem Handy schlappe 3 % Akku. Mit viel Glück hat die Batterie gerade so gereicht um mich bis an mein Ziel zu bringen.

Völlig durchnässt in IKEA angekommen habe ich mich sofort in die Lampenabteilung begeben. Was ich da wollte? Ganz unauffällig eine der Lampen aus der Steckdose ziehen, mir ein iPhone Kabel aus dem Verkauf „leihen“, dieses anschließen und mein Handy aufzuladen. Die nächsten 20 Minuten hieß es dann am gleichen Fleck stehen bleiben, interessiert Lampen betrachten und warten …

„30%! Und weiter gehts!“
Der Einkauf selber war schnell getätigt und wurde der Mühe des Hinweges nicht gerecht. Zwei Klappstühle, ein Kleiderständer mit Kleiderhaken, zwei große Boxen um für Stauraum zu sorgen und natürlich eine kleine Hauspflanze. Statt sich zu beruhigen schien das Wetter nur noch schlimmer zu werden. Mit dem Fahrrad zurück zu radeln war also keine Option mehr und so beladen wie mein Fahrrad war auch nicht wirklich möglich.

Mein beladenes Fahrrad während ich am Hauptbahnhof auf meine Fähre warte.

„Selbst ist die Frau!“ – Ja!
Aber als es darum ging mein beladenes Fahrrad die Treppen hoch zum Bahnhof Harlem zu trage und auch wieder runter, weil der Fahrstuhl am Hauptbahnhof (Centraal) zu klein für mein Fahrrad war, war es gut zu wissen dass Frau zwar selbst kann, aber auch nicht immer muss. Anzumerken ist vielleicht noch, dass mein Leihrad ein Electro-Bike mit kleinem Motor war, also um einiges schwerer als ein übliches Fahrrad. Ich hatte meine Helfer gewarnt, aber das schien nur umso mehr Grund mir zu helfen. Danke, danke!

Um dieses kleine Abenteuer noch einmal gründlich abrunden, bin ich zu allem Überfluss auch noch in die falsche Fähre gestiegen, habe 20 Minuten gewartet um zurück zum Hauptbahnhof gebracht zu werden und dann 15 Minuten später in die richtige Fähre zu steigen. Aus einem kleinen Trip zu IKEA wurde ein ganzer Tagesausflug und nicht unbedingt einer der lustigen Art. Meine Laune war entsprechend angeschlagen. Was meint Ihr, war es den Trip wert oder hätte ich vielleicht doch die einbandhalb Wochen warten sollen? Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber so ungeduldig wie ich bin, hätte ich mich immer wieder für das Mini-Abenteuer entschieden.

Bis ganz bald,
Priscilla

Beitragsbild: © Thorsten-Jutzie/pixelio